SCHLÄFER
Er war mein erster Fund. In Griechenland. Ich sah ihn von Weitem. Er zog mich magisch an. Ich genoss die Ruhe und fotografierte.
Ich wusste nicht, dass ich beobachtet wurde. Alles war ruhig und einsam auf freiem Feld mit schönem Ausblick über die Felslandschaft von Meteora.
Auf einmal stand da ein alter zerknitterter Mann mit Hund. Ich denke ein Schäfer. Der Hund schaute böse. Der Mann auch. Er sagte nichts. Schaute nur.
Ich versuchte zu erklären, was ich hier mache. Aber ich wusste es selbst nicht. Ich deutete mit dem Daumen nach oben auf das Wrack und auf meinen Fotoapparat.
Er entspannte sich. Und sagte nichts. Nach einer Weile der Beobachtung forderte er mich auf ihm zu folgen.
Er öffnete die Tür des Fahrzeugs. Innen der typische Geruch von Öl und alten Polstern. Spinnweben. Dreck.
Er suchte etwas und zeigte mir einen Schlüssel. Ich glaubte es kaum. Er startete. Er lief! Der Schäfer freute sich mit herzlichem Lachen. Ich auch. Er war stolz.
Fahren ging nicht mehr. Aber der Motor läuft noch. So verstand ich seine Gesten.
Es war sein Schatz. Ein Schläfer.