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1TRUCKER – King of the Road

Name: Marcus Günther 

Fahrer seit: 15 Jahren 

Lkw-Modell: Scania S500

PS: 500

Baujahr: 2024


Lieber Marcus, wir freuen uns darauf, Dich besser kennenzulernen. Was transportierst Du aktuell und was macht Deinen Lkw für Dich einzigartig?

Ich transportiere hauptsächlich private und gewerbliche Umzüge. Natürlich kommt es auch vor, dass ich Fahrzeuge oder Palettenware befördere. Da sind wir sehr flexibel, aber unser klarer Schwerpunkt liegt auf dem Umzugsgeschäft. Die meiste Zeit bin ich mit meinem Kollegen Robby unterwegs. Ihn sehe ich aktuell tatsächlich häufiger als meine Frau und mein Kind. Wir kennen uns seit über 30 Jahren – entsprechend gut sind wir als Team eingespielt. Für mich sind es die vielen kleinen Details, die einen Lkw erst richtig einzigartig machen. Da ich selbst gerne Basecaps trage, mussten zum Beispiel auch die Michelin-Männchen an meinem Lkw ihre eigenen Basecaps bekommen. Genau diese Mischung gefällt mir: Solche individuellen Kleinigkeiten verleihen einem Lkw Charakter und machen ihn zu etwas ganz Besonderem.

Das klingt nach einer wunderbaren Freundschaft und purer Berufsleidenschaft! Wie kam es eigentlich dazu, dass Du Berufskraftfahrer geworden bist?

Lkw haben mich eigentlich schon immer begeistert – besonders die amerikanischen Trucks hatten es mir von Anfang an angetan. Außerdem arbeitete ich später in derselben Firma wie mein Vater. Durch ihn wurde ich geprägt und habe dann nach und nach eine immer größeres Interesse für Trucks entwickelt. Noch bevor ich meinen Lkw-Führerschein hatte, bin ich auf unserem Betriebsgelände gefahren, um Wechselbrücken umzusetzen oder die Fahrzeuge zu tanken. Schon damals habe ich die Trucks bestimmter Kollegen mit großer Sorgfalt und viel Liebe zum Detail geputzt. Ich finde einfach, dass ein sauberes und gepflegtes Fahrzeug die gesamte Firma repräsentiert. Und was die Pflege angeht, bin ich heute sogar noch ein Stück extremer geworden. (...lacht)

Was war denn bisher Dein persönliches Trucker-Highlight? 

Es gibt viele schöne Momente, die ich in diesem Beruf bereits erleben durfte. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir jedoch meine erste Teilnahme an einem Truckertreffen – damals in Munderkingen. Ich fand es einfach großartig zu sehen, wie interessiert die Besucher die Fahrzeuge betrachtet haben und wie sehr die viele Arbeit und die Liebe zum Detail wertgeschätzt wurden. Dass ich mit meinem aktuellen Lkw dann sogar den ersten Platz in meiner Kategorie belegen konnte und mein alter Scania zusätzlich noch den zweiten Platz holte, war für mich ein ganz besonderer und unvergesslicher Moment.

Klingt nach einer großartigen Erinnerung! Wir haben mitbekommen, dass die Community auch immer mehr Acht auf die Ernährung unterwegs legt. Wie ernährst du Dich denn im Arbeitsalltag und welche Herausforderungen gibt es dabei?

Ja, das mit der Ernährung ist wirklich eine große Herausforderung. Oft ernährt man sich ziemlich monoton und weiß im Fernverkehr einfach nicht so recht, was man essen soll. Da wir immer zu zweit unterwegs sind, ist der Kühlschrank im Lkw auch einfach zu klein. Häufig kommt es sogar vor, dass man viel zu selten isst, weil man es im Stress schlichtweg vergisst – und wenn man dann endlich dazu kommt, ist es meistens schon viel zu spät. Das ist wirklich nicht einfach. Auch das Vorkochen ist kaum möglich: Im Winter geht das noch eher, aber im Sommer ist es ohne ausreichende Kühlung fast unmöglich.

Gibt es denn sonst etwas, dass Dich innerhalb Deines Berufsalltags stört?

Der Alltag auf der Straße ist mittlerweile extrem stressig und teilweise auch aggressiv geworden. Man wird teilweise schon schief angeschaut, wenn man vorschriftsmäßig 82 km/h fährt. Hinzu kommt die ständige Parkplatzsuche im Fernverkehr – oft steht man irgendwo im Nirgendwo, Hauptsache man bekommt überhaupt noch einen Stellplatz. Die kostenpflichtigen Parkplätze sind zudem sehr teuer, ebenso wie Essen, Duschen oder Toiletten. Insgesamt gibt es immer weniger gepflegte und faire Rastplätze, auf denen man sich wirklich sicher und wohlfühlen kann. Leider haben wir auch schon Situationen erlebt, in denen Fahrer im Führerhaus betäubt wurden, damit Diebe Teile vom Lkw stehlen konnten. Das sind leider die täglichen Herausforderungen im heutigen Alltag auf der Straße.

Die Schattenseiten sind wirklich nicht ohne – umso mehr Respekt habt ihr für euren täglichen Einsatz verdient! Und was treibt Dich persönlich täglich an?

Was mich antreibt, ist, jeden Tag gesund zu meiner Frau und meinem Kind nach Hause zu kommen. Gleichzeitig macht mir das Fahren große Freude, und ich lege großen Wert darauf, dass meine Arbeit zuverlässig und gewissenhaft erledigt wird. Mein eigener Anspruch ist es, immer mein Bestes zu geben und alles zu einhundert Prozent richtig zu machen.

Hut ab, für solche Mitarbeiter kann man dankbar sein! Wie sieht denn ein Arbeitsalltag bei Dir aus?  

Jeder Tag läuft anders ab. Alles beginnt mit der Abfahrtskontrolle und dem Herrichten des Lkw, bevor es zum Kunden geht. Vor Ort besprechen wir den Ablauf und legen direkt los: Alle Möbel werden sicher und wetterfest verpackt. Während die Kollegen das schwere Verladen übernehmen – oft über sehr lange und anstrengende Wege –, bin ich für die De- und Montage von Möbeln oder Küchen zuständig. Wohin die Reise danach geht, ist immer offen: Entweder bleiben wir in der Region oder es geht auf Fernverkehrstouren nach Berlin, Italien, Frankreich oder Schweden. Es wird einfach nie langweilig!

Gibt es denn auch noch ein korrektes  Ziel oder einen Traum, den Du als Berufskraftfahrer erreichen möchtest?

Das, was ich unbedingt noch erleben möchte, ist, einmal einen echten amerikanischen Truck zu fahren. Außerdem würde ich es unheimlich gerne schaffen, meine kleine Maus Emma mal auf eine einfache Tour mitzunehmen – das wäre wirklich ein cooles Erlebnis für uns beide. Mein letzter großer Wunsch ist, dass ich meinen Chef noch irgendwie davon überzeugen kann, mir einen Bullenfänger für meinen Lkw zu erlauben. Und an dieser Stelle würde ich noch gerne allen Kollegen auf Achse etwas mitgeben: Passt da draußen gut auf euch auf, denn es wird auf den Straßen nicht einfacher und kommt alle immer wieder gesund und sicher nach Hause zu euren Familien!

Lieber Marcus, wir bedanken uns für die spannenden Einblicken und die schönen Schlussworte! 

30.10.2026

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