
Aus einer einfachen Idee wurde ein beeindruckendes Hilfsprojekt: Mit ihrem „Herzalprojekt“ sammelt Katja Tscherteu Kronkorken, um beeinträchtigte Kinder aus dem Bezirk Völkermarkt zu unterstützen. Bereits mehrere Tonnen Metall wurden so in wertvolle Hilfe verwandelt. Im Interview erzählt sie, was sie antreibt, welche Erfolge sie bereits feiern konnte und wie auch die Transport- und Logistikbranche mithelfen kann.
1. Katja, wie bist du ursprünglich auf die Idee gekommen, Kronkorken für den guten Zweck zu sammeln? Gab es dafür einen besonderen Auslöser?
Es gibt bereits seit Jahren Online solche Spendenaktionen. Ich sammele schon länger und habe diese immer an öffentliche Organisationen abgegeben. Im letzten Jahr hat mir keine Spendenaktion gefallen und meine beste Freundin Celine meinte ich soll selbst eine Starten und durch Ihre Motivation ist das Herzalprojekt – Kronkorken sammeln für den guten Zweck entstanden. Darüber hinaus ist die Idee aus dem Wunsch entstanden, mit etwas ganz Kleinem etwas Gutes bewirken zu können. Kronkorken landen normalerweise im Müll, dabei steckt in ihnen noch ein Wert. Wenn viele Menschen ihre Kronkorken sammeln und wir gemeinsam etwas daraus machen, können wir damit Menschen helfen, die Unterstützung brauchen.
2. Warum hast du dich ausgerechnet für Kronkorken entschieden, und wie wurde aus einer einfachen Idee ein so großes Projekt?
Wie gesagt solche Aktionen gibt es schon länger. Weil Kronkorken etwas sind, das wirklich jeder sammeln kann. Man muss dafür nicht viel Geld ausgeben und auch keinen großen Aufwand betreiben. Man hebt einfach etwas auf, das sonst weggeworfen würde. Wenn viele Menschen mitmachen, kommt plötzlich eine unglaubliche Menge zusammen. Mit der Zeit haben immer mehr Freunde, Bekannte und andere Unterstützer von meiner Aktion erfahren und mitgesammelt. So ist aus einer kleinen Idee Schritt für Schritt ein großes Gemeinschaftsprojekt geworden. Für mich zeigt das, dass man gemeinsam wirklich viel erreichen kann.
3. Was bedeutet dir das Herzalprojekt persönlich, und was motiviert dich, Jahr für Jahr so viel Zeit und Energie dafür aufzubringen?
Das Herzalprojekt bedeutet mir unglaublich viel. Es ist längst mehr als nur das Sammeln von Kronkorken. Es geht darum, Menschen zu helfen, Freude zu schenken und zu zeigen, dass niemand vergessen werden sollte, der besondere Unterstützung braucht.
Was mich am meisten motiviert, sind die persönlichen Begegnungen und die Freude, die man mit dieser Hilfe auslösen kann. Wenn ich sehe, dass aus unserer gemeinsamen Arbeit etwas entsteht, das einem Kind oder einer Familie den Alltag erleichtert, weiß ich, warum ich das mache. Genau diese Momente geben mir die Kraft, weiterzumachen.

4. Im vergangenen Jahr habt ihr unglaubliche 1,5 Tonnen Kronkorken gesammelt. Wie muss man sich diese Menge vorstellen, und wie organisiert man eine solche Sammelaktion überhaupt?
1,5 Tonnen sind eine wirklich gewaltige Menge. Wenn man die gesammelten Kronkorken sieht, wird einem erst bewusst, wie viele einzelne Menschen dazu beigetragen haben müssen. Hinter jedem einzelnen Kronkorken steckt ein kleiner Beitrag.
Organisiert wird das Ganze durch die vielen Menschen, die für mich mitsammeln und die Aktion weitertragen. Die Kronkorken werden in unserer Firma gesammelt. Dabei braucht es natürlich auch Platz, Zeit und eine gute Organisation. Dass wir im vergangenen Jahr diese Menge erreichen konnten und daraus 4.500 Euro Erlös erzielt haben, macht mich unglaublich stolz und dankbar. Das ist eine Gemeinschaftsleistung, auf die wir alle stolz sein dürfen.
5. Wie funktioniert die Verwertung der gesammelten Kronkorken, und wie entsteht daraus letztendlich eine finanzielle Unterstützung für bedürftige Menschen?
Die gesammelten Kronkorken werden gesammelt und anschließend an einen Schrotthändler übergeben. Dort wird das Metall verwertet, und wir erhalten dafür einen entsprechenden Erlös. Dieses Geld kommt dann meinem Herzalprojekt zugute und wird für Menschen verwendet, die besondere Unterstützung benötigen. Die beeinträchtigten Kinder suche ich mir selbst aus. Fokussieren tue ich mich dabei auf den Bezirk Völkermarkt. Da ich in diesem Bezirk wohne.
Wie wertvoll diese kleinen Beiträge sein können, hat das vergangene Jahr gezeigt: Aus 1,5 Tonnen Kronkorken und durch finanzielle Unterstützungen konnten wir 4.500 Euro erzielen. Damit wurden zwei beeinträchtigte Kinder aus dem Bezirk Völkermarkt unterstützt. Es ist schön zu sehen, dass aus etwas, das viele Menschen einfach wegwerfen würden, konkrete Hilfe entstehen kann.
6. Welche Herausforderungen gibt es beim Sammeln, Lagern und Transportieren dieser enormen Mengen? Wer unterstützt dich dabei?
Die größte Herausforderung ist sicherlich, die vielen Kronkorken zusammenzubringen. Es ist mit sehr viel Zeitaufwand verbunden. Die Kronkorken werden in den meisten Fällen zu uns gebracht. Manchmal hole ich sie auch selbst ab.
Ich bin deshalb sehr dankbar für jeden einzelnen Menschen, der mich dabei unterstützt. Dazu gehören Freunde, Bekannte, Familien, Unternehmen und viele Menschen, die ich vielleicht persönlich gar nicht kenne, die aber trotzdem mitmachen. Jede helfende Hand zählt. Und genau deshalb würde ich mich freuen, wenn sich noch mehr Betriebe und Transportunternehmen anschließen würden.
7. Gibt es eine besonders außergewöhnliche oder berührende Geschichte, die du im Laufe der vergangenen Jahre durch das Projekt erlebt hast?
Es gibt viele Momente, die mir in Erinnerung bleiben werden. Besonders berührend ist für mich, wenn aus der gesammelten Unterstützung etwas ganz Konkretes entsteht.
Ein Beispiel ist Lukas, der dank der Aktion ein speziell für ihn angefertigtes und an seine Bedürfnisse angepasstes Fahrrad bekommen hat. Das Rad wurde individuell auf ihn abgestimmt und mitfinanziert durch die gesammelten Kronkorken, weitere finanzielle Unterstützungen und den Verein „Herzenskinder“, der den restlichen Beitrag übernommen hat.
Zu wissen, dass so viele Menschen gemeinsam dazu beigetragen haben, einem Kind und seiner Familie eine Freude zu bereiten, ist etwas ganz Besonderes. Solche Geschichten zeigen mir immer wieder, dass sich jeder einzelne Beitrag lohnt.
8. Mit dem Erlös von 4.500 Euro konntet ihr zuletzt zwei Kinder aus der Region unterstützen. Wie entscheidet ihr, wem die Spenden zugutekommen?
Mir ist wichtig, dass die Unterstützung dort ankommt, wo sie tatsächlich gebraucht wird. Im vergangenen Jahr konnten wir mit dem Erlös aus der Kronkorkensammlung zwei beeinträchtigte Kinder aus dem Bezirk Völkermarkt unterstützen.
Bei der Auswahl achte ich darauf, wo besondere Unterstützung notwendig ist und wie wir mit unserem Projekt konkret helfen können. Es geht mir nicht darum, möglichst große Summen zu sammeln, sondern darum, mit dem Geld etwas Sinnvolles zu bewirken. Heuer habe ich mich für Felix entschieden. Er lebt in Sittersdorf und ist 16 Jahre alt. Ich möchte ihn mit meinem Herzalprojekt unterstützen, insbesondere bei der Finanzierung eines Fahrrads oder weiterer Therapien.
Wenn am Ende mehr Geld zusammenkommt als erwartet, kann die Unterstützung auch auf ein weiteres Kind ausgeweitet werden.
9. Wie fühlt es sich an, wenn du den betroffenen Familien die Unterstützung persönlich übergeben kannst?
Das sind für mich Momente, die man mit Geld eigentlich gar nicht aufwiegen kann. Es ist etwas ganz anderes, wenn man die Menschen persönlich kennenlernt, ihre Geschichte hört und sieht, was die Unterstützung für sie bedeutet.
Vor Kurzem durfte ich Felix persönlich besuchen, Zeit mit ihm verbringen und ihm einen großen Teddybären überreichen. Seine Freude darüber war für mich ein ganz besonderer Moment. Genau solche Begegnungen machen mein Herzalprojekt so wertvoll. Man merkt, dass es nicht nur um Geld oder um gesammelte Kronkorken geht, sondern vor allem um Menschlichkeit, Nähe und Freude.

10. Was hat dich bei den Begegnungen mit den Menschen, denen du helfen konntest, am meisten bewegt?
Am meisten bewegt mich, wie viel Freude und Hoffnung schon durch kleine Gesten entstehen können. Manchmal denkt man, dass man mit einer kleinen Unterstützung nicht viel bewirken kann. Aber wenn man dann die Menschen persönlich trifft und ihre Reaktion erlebt, sieht man, wie wichtig solche Gesten sein können.
Es sind oft die kleinen Augenblicke, die einem besonders in Erinnerung bleiben: ein Lächeln, eine Umarmung oder die Freude eines Kindes. Diese Begegnungen zeigen mir, dass sich jede Minute, jeder gesammelte Kronkorken und jede Spende lohnt. Sie sind für mich auch die größte Motivation, mein Projekt weiterzuführen.
11. Ohne zahlreiche Helfer wäre eine Aktion dieser Größenordnung kaum möglich. Wer sind deine wichtigsten Unterstützer, und wie groß ist das Netzwerk mittlerweile?
Mein Herzalprojekt lebt von vielen Menschen, die gemeinsam an einem Strang ziehen. Freunde, Bekannte, Familien, Unternehmen und viele weitere Unterstützer sammeln Kronkorken, erzählen anderen von der Aktion oder helfen dabei, die gesammelten Mengen zusammenzubringen.
Besonders schön finde ich, dass nicht nur Menschen aus meinem unmittelbaren Umfeld mitmachen, sondern dass sich die Idee immer weiter verbreitet. Jeder, der einen Kronkorken aufhebt, eine Sammelstelle (Private) nutzt oder andere zum Mitmachen motiviert, ist ein wichtiger Teil des Projekts. Der Ausmaß geht bereits über die österreichischen Grenzen es wird bereits vereinzelt in der Schweiz, in Deutschland, in Kroatien und in der Slowakei gesammelt.
Ich möchte deshalb allen von Herzen Danke sagen. Ohne diese vielen helfenden Hände wäre es nicht möglich, solche Mengen zu sammeln und daraus konkrete Hilfe entstehen zu lassen.
12. Gerade in der Transport- und Logistikbranche gibt es viele Unternehmen mit großen Netzwerken und entsprechenden Transportmöglichkeiten. Wie könnten sich Speditionen, Lkw-Fahrer oder andere Unternehmen konkret an deinem Projekt beteiligen?
Ich würde mich sehr freuen, wenn sich auch die Transport- und Logistikbranche stärker beteiligen würde. Gerade Lkw-Fahrer und Speditionen sind viel unterwegs und haben Kontakt zu zahlreichen Menschen und Betrieben. Dadurch könnten sie helfen, das Projekt bekannter zu machen und weitere Sammelstellen zu gewinnen.
Unternehmen könnten beispielsweise Kronkorken an ihren Standorten sammeln, Sammelbehälter aufstellen oder ihre Mitarbeiter dazu motivieren, mitzumachen. Lkw-Fahrer/innen könnten die Aktion bei ihren Kollegen bekannt machen und zum sammeln motivieren.
Natürlich wäre auch finanzielle Unterstützung eine große Hilfe.
13. Wäre es für dich vorstellbar, gemeinsam mit Transportunternehmen größere Sammelaktionen zu organisieren, bei denen Kronkorken beispielsweise an Betriebshöfen gesammelt und anschließend gebündelt transportiert werden?
Ja! Das wäre eine tolle Möglichkeit, das Herzalprojekt noch weiter auszubauen. Wenn Unternehmen an ihren Betriebshöfen Sammelstellen einrichten würden, könnten dort über einen längeren Zeitraum viele Kronkorken zusammenkommen.
Wenn die gesammelten Mengen anschließend gebündelt transportiert werden, wäre das sehr schön. Wichtig wäre, dass wir gemeinsam eine praktische Lösung finden, die für alle Beteiligten gut umsetzbar ist und wir die Kornkorken zu unserer Firma komme.
Ich bin für solche Ideen offen und würde mich freuen, mit interessierten Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Mein Ziel ist es, möglichst viele Menschen für das Projekt zu begeistern und gemeinsam etwas Gutes zu bewegen.
14. Welche Ziele hast du dir für die kommenden Jahre gesetzt? Gibt es eine bestimmte Sammelmenge oder Spendensumme, die du gerne erreichen möchtest?
Mein wichtigstes Ziel ist, dass das Herzalprojekt weitergeht und wir auch in Zukunft Menschen aus der Region unterstützen können. Natürlich freue ich mich über jede zusätzlichen Kronkorken und jeden Euro, den wir gemeinsam sammeln können. Eine konkrete Zahl steht für mich aber nicht an erster Stelle. Diese Jahr haben wir schon knapp 5 Tonnen Kronkorken. Die Summe am Spendenkonto ist auch schon sehr schön.
Viel wichtiger ist mir, dass die Aktion wächst, weitere Menschen mitmachen und wir immer wieder dort helfen können, wo Unterstützung gebraucht wird. Wenn wir gemeinsam noch mehr erreichen, freue ich mich natürlich umso mehr. Ich möchte weiterhin zeigen, dass auch kleine Beiträge Großes bewirken können.
15. Was würdest du Menschen sagen, die das erste Mal von deinem Herzalprojekt hören und überlegen, selbst mitzumachen?
Ich würde ihnen sagen: Fangt einfach an! Ihr müsst keine großen Mengen sammeln und auch keine großen Geldbeträge spenden. Jeder einzelne Kronkorken zählt. Mir geht es eher um den Willen gutes zu tun.
Vielleicht beginnt es mit einer Handvoll Kronkorken zu Hause oder einer kleinen Sammelbox im Betrieb. Wenn viele Menschen das machen, kommt am Ende eine beeindruckende Menge zusammen. Erzählt anderen davon, motiviert eure Familie, Freunde oder Arbeitskollegen und werdet Teil der Aktion.
Manchmal braucht es gar nicht viel, um etwas Gutes zu bewirken. Man muss nur bereit sein, einen kleinen Beitrag zu leisten. Und genau darum geht es bei meinem Herzalprojekt.

16. Wenn du dir für dein Projekt etwas wünschen könntest – ganz unabhängig von finanziellen oder organisatorischen Grenzen –, was wäre das?
Ich würde mir wünschen, dass wir noch viel mehr Menschen erreichen und dass jeder, der Unterstützung benötigt, auch die Möglichkeit bekommt, diese zu erhalten.
Ich wünsche mir, dass die Menschen erkennen, wie viel wir gemeinsam bewirken können, wenn jeder einen kleinen Teil beiträgt. Und natürlich würde ich mich freuen, wenn noch mehr Unternehmen, Vereine und Privatpersonen mitmachen würden.
Am schönsten wäre es, wenn wir mit unserem Herzalprojekt auch in vielen Jahren noch Menschen helfen, Kindern Freude schenken und Familien ein Stück weit entlasten könnten. Denn letztendlich geht es nicht um die Kronkorken selbst, sondern um die Menschen dahinter.
17. Katja, wenn jetzt ein Lkw-Fahrer, ein Spediteur oder ein Unternehmer unser Interview sieht und sagt: Da möchte ich mithelfen – was kann er ganz konkret tun?
Das freut mich natürlich sehr! Der erste Schritt ist ganz einfach: Kronkorken sammeln und die Aktion bekannt machen. Ich sammle immer ein Jahr von Dezember bis Dezember. Die Übergabe findet immer zu Weihnachten statt. Es wird immer weiter gesammelt.
Wer selbst Kronkorken sammelt, kann diese bei der Tscherteu Bau GmbH, Glantschach 56, 9132 Gallizien, abgeben. Dort können Kronkorken jederzeit gesammelt und abgegeben werden.
Für Unternehmen und Speditionen wäre es toll, wenn sie bei sich Sammelstellen einrichten und ihre Mitarbeiter zum Mitmachen motivieren würden. Gerade bei größeren Betrieben können auf diese Weise viele Kronkorken zusammenkommen. Wer darüber hinaus beim Transport größerer Mengen unterstützen oder eine gemeinsame Sammelaktion organisieren möchte, kann gerne mit mir Kontakt aufnehmen und diese in unsere Firma bringen.
Auch finanzielle Unterstützung ist willkommen. Dafür gibt es ein Spendenkonto:
Kontoinhaberin: Katja Tscherteu
IBAN: AT20 2070 6046 0401 2007
Verwendungszweck: Bierkapsel Spendenaktion
Mir ist wichtig, dass wir gemeinsam etwas bewegen. Jeder Kronkorken, jeder Euro, jede helfende Hand und jedes Teilen der Aktion hilft dabei, Menschen zu unterstützen, die es nicht immer leicht haben.
Ich freue mich über jeden, der Teil meines Herzalprojekts werden möchte. Gemeinsam können wir aus etwas Kleinem etwas Großes machen.
