
Name: Marcel Göbel
Fahrer seit: 2019
Lkw-Modell: Mercedes-Benz Actros MP5
PS: 450
Baujahr: 2020
Lieber Marcel, wir freuen uns darauf, Dich besser kennenzulernen. Was transportierst Du aktuell und was macht Deinen Lkw für Dich einzigartig?
Im transportiere im Nahverkehr unterschiedlichste Güter, da es sich überwiegend um Sammelgut handelt. Grundsätzlich wird alles befördert, was auf eine Palette passt – von Waren des täglichen Bedarfs bis hin zu speziellen oder schweren Gütern. Dazu zählen beispielsweise Kaffeefilter, Reifen, Papierservietten oder Wattestäbchen. Ebenso können aber auch größere oder ungewöhnlichere Ladungen wie Baggerschaufeln, Lkw-Achsen oder IBC-Container mit Gefahrgut transportiert werden. Was ich an meinem Lkw besonders schätze, ist seine Zuverlässigkeit sowie der großzügige Innenraum. Das Cockpit ist übersichtlich und funktional gestaltet, wodurch die Bedienung sehr einfach und komfortabel ist. Außerdem sagen mir die MirrorCam sowie die hochwertige Innen- und Außenausstattung besonders zu.
Wie kam es eigentlich dazu, dass Du Berufskraftfahrer geworden bist?
Ich habe vor acht Jahren eine Umschulung absolviert, davor war ich 13 Jahre bei einem Postunternehmen beschäftigt und habe dort neben der Zustelltätigkeit auch den Fuhrpark mitbetreut. Der Wunsch, selbst Lkw zu fahren, bestand jedoch schon seit meiner Kindheit. Deshalb habe ich mich 2018 entschieden, beruflich noch einmal neu durchzustarten. Ohne Lkw-Führerschein waren die Chancen aber eher gering. Deshalb war es für mich ein großer Glücksfall, dass ich bei Heilmann Transporte einsteigen konnte. Dort durfte ich mich weiterbilden und bin nun seit April 2019 als Fahrer im Einsatz.

Spitze – da hast Du Deine Chance ergriffen! Was war denn bisher Dein persönliches Trucker-Highlight?
Das Schönste ist, wenn man nach langer Zeit wieder bekannte Gesichter trifft, sich austauscht und ein paar Erinnerungsfotos macht. Ebenso sind es die besonderen Momente unterwegs – etwa ein Sonnenuntergang auf den letzten Kilometern nach Hause, den man bewusst wahrnimmt und der Augenblick, in dem man spürt, dass der Neustart genau die richtige Entscheidung war.
Wie ernährst Du Dich unterwegs? Welche Herausforderungen gibt es?
Während meiner Touren ernähre ich mich meist einfach und bewusst: Es gibt täglich belegte Brote und Obst, dazu trinke ich stilles Wasser. Gelegentlich gönne ich mir unterwegs aber auch einen Kaffee. Essen an Tankstellen oder in Bistros vermeide ich eher, da die Preise oft zu hoch sind.
Verständlich. Gibt es denn etwas, dass Dich innerhalb Deines Berufsalltags besonders stört?
Mich stört vor allem der Umgang mit uns Fahrern in vielen Logistikunternehmen. Häufig fehlt die vernünftige Kommunikation, aber auch der nötige Respekt – dabei sollte genau das selbstverständlich sein. Ein stärkeres Miteinander statt Gegeneinander würde in vielen Bereichen spürbar positive Effekte bringen. Außerdem besteht bei Duschen und den Toiletten dringender Verbesserungsbedarf, insbesondere in Bezug auf Sauberkeit und Verfügbarkeit.
Und was treibt Dich persönlich jeden Tag an?
Für mich ist es nicht nur ein Job, sondern eine Leidenschaft! Wichtig ist, dass man Spaß und Freude an seinem Beruf hat, dann kommt der Rest von ganz allein.

Wie sieht denn so ein Arbeitsalltag bei Dir aus?
Zuerst gehe ich mit meinen Hunden raus, trinke einen Kaffee und bringe anschließend meine Kinder in Schule und in den Kindergarten. Um 8:00 Uhr beginnt dann mein Arbeitstag: Ich übernehme die Ladungspapiere und lade entweder selbst oder starte mit bereits vorgeladener Ware. Danach nehme ich die Wechselbrücken auf und fahre zum ersten Kunden. Je nach Sendungsaufkommen und Gebiet fahre ich täglich etwa 5 bis 8 Kunden an. Wichtig ist dabei, zügig zu arbeiten und trotzdem Qualität zu liefern – das Öffnen der Plane, Abladen und Schließen sollte idealerweise nicht länger als 20 Minuten dauern (mein Rekord liegt bei 11 Minuten). Anschließend folgen die Abholungen, teilweise auch schon zwischendurch. Nach dem letzten Stopp geht es zurück ins Depot, wo ich die Wechselbrücken an den Rampen abstelle und die Papiere in der Disposition abgebe. Danach wird der Lkw abgestellt und ich fahre nach Hause, wo meine Familie und meine Hunde schon auf mich warten.
Deine neueste Erkenntnis?
Meine neueste Erkenntnis ist, dass der Beruf des Lkw-Fahrers immer moderner, technischer und zugleich auch anspruchsvoller wird. Die Technik kann uns dabei in Zukunft nur unterstützen – der Fahrer bleibt weiterhin unverzichtbar. Umso wichtiger ist es, dass der Beruf in der Gesellschaft mehr Wertschätzung erfährt und auch besser bezahlt wird, damit es künftig wieder mehr Fahrer gibt.
Da stimmen wir Dir absolut zu! Gibt es denn auch noch ein besonderes Ziel oder einen Traum, den Du als Berufskraftfahrer noch erreichen möchtest?
Ja, da gibt es noch das ein oder andere Ziel. Zum Beispiel habe ich mir vorgenommen, ein- bis zweimal im Jahr für zwei bis drei Wochen in die Ferne zu fahren. Außerdem habe ich die Idee, ein großes Truckertreffen zu organisieren. Zusätzlich kann ich mir gut vorstellen, noch den Ausbilderschein (AEVO) zu machen, um aktiv junge Menschen zu unterstützen, die diesen Beruf erlernen möchten.
Lieber Marcel, wir sind uns sicher, dass du all das auch umsetzen wirst, und bedanken uns für die spannenden Einblicke!
