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Kia PV7 feiert Weltpremiere: Elektro-Transporter mit bis zu 8 m³ Laderaum

Kia baut sein Angebot an elektrischen Nutzfahrzeugen weiter aus. Auf der IAA Transportation 2026 in Hannover feiert der neue PV7 seine Weltpremiere. Das zweite Modell der „Platform Beyond Vehicle“-Strategie kommt als Cargo- und Passenger-Version, bietet bis zu 8,0 Kubikmeter Laderaum und soll mit bis zu rund 460 Kilometern Reichweite auch für anspruchsvollere gewerbliche Einsätze geeignet sein. Die Markteinführung in Europa ist für das zweite Halbjahr 2027 vorgesehen.

Nach dem PV5 erweitert Kia seine PBV-Familie nach oben. Mit einer Länge von bis zu 5,35 Metern soll der PV7 vor allem Flottenbetreiber, Logistikunternehmen, Shuttle-Dienste sowie kleine und mittlere Unternehmen ansprechen. Grundlage ist die speziell für die PBV-Baureihe entwickelte E-GMP.S-Plattform mit vollständig ebenem Fahrzeugboden.

Kia setzt dabei auf eine modulare Karosseriearchitektur. Das sogenannte „Flexible Body System“ soll unterschiedliche Karosserievarianten und branchenspezifische Umbauten auf einer standardisierten Fahrzeugstruktur ermöglichen. Langfristig plant Kia nicht weniger als 23 Varianten des PV7 – darunter verschiedene Cargo- und Passenger-Ausführungen, ein Chassis Cab sowie zahlreiche Umrüstlösungen.

Bis zu 460 Kilometer Reichweite

Beim elektrischen Antrieb stehen zwei NMC-Batterien mit 71,5 beziehungsweise 96,2 kWh zur Verfügung. Je nach Markt und Konfiguration leistet der serienmäßig frontgetriebene PV7 bis zu 200 kW und stellt maximal 420 Nm Drehmoment bereit. Eine Allradversion soll später folgen.

Mit der größeren Batterie erreicht der PV7 Cargo laut internen Kia-Messungen nach WLTP-Kriterien bis zu rund 460 Kilometer Reichweite. Die endgültige Homologation steht allerdings noch aus.

Interessant für den gewerblichen Einsatz ist vor allem die 800-Volt-Architektur. An einer 350-kW-Schnellladestation soll sich der Akku in rund 25 Minuten von zehn auf 80 Prozent laden lassen. Damit will Kia insbesondere die Standzeiten im Flottenbetrieb reduzieren.

Eine Besonderheit sind die Ladeanschlüsse: Neben einem AC/DC-Anschluss an der Front kann der PV7 optional über einen zusätzlichen AC-Anschluss am Heck verfügen. Das soll die Handhabung an unterschiedlichen Ladepunkten erleichtern.

Über die Vehicle-to-Load-Funktion lässt sich die Hochvoltbatterie zudem als mobile Stromquelle nutzen. 230-Volt-Steckdosen innen und außen können beispielsweise elektrische Werkzeuge oder andere Arbeitsgeräte mit Energie versorgen.

PV7 Cargo: bis zu 8,0 m³ und 1.200 kg Nutzlast

Besonders interessant für Logistik und Handwerk ist der PV7 Cargo. Kia wird den Transporter weltweit als Zwei- und Dreisitzer anbieten.

Die Langversion mit normalem Dach verfügt nach VDA-Standard über bis zu 6,1 Kubikmeter Laderaum. Beim Hochdachmodell steigt das Volumen auf bis zu 8,0 Kubikmeter. Die maximale Nutzlast beträgt bei der Standardversion bis zu 1.200 Kilogramm, bei der Langversion bis zu 1.165 Kilogramm.

In den Laderaum der Langversion passen bis zu drei Europaletten. Mit einer Ladekantenhöhe von lediglich 550 Millimetern soll das Be- und Entladen erleichtert werden. Für schwere Transporte gibt es zudem einen speziellen Fahrmodus, der die Fahrzeugleistung an die jeweilige Nutzlast anpasst.

Beim Heck können Kunden zwischen weit öffnenden Doppelflügeltüren und einer klassischen nach oben öffnenden Heckklappe wählen. Eine automatische „Walk Away Lock“-Funktion kann die elektrische seitliche Schiebetür schließen und das Fahrzeug verriegeln, sobald sich der Fahrer mit dem Smart Key entfernt. Auch der Status der hinteren Laderaumtür lässt sich aus der Ferne überwachen.

Passenger-Version mit bis zu neun Sitzen

Parallel zum Transporter bringt Kia den PV7 Passenger. Die Personenvariante richtet sich unter anderem an Shuttle- und Mietwagendienste, touristische Anwendungen sowie Familien.

In Europa sind Konfigurationen mit bis zu neun Sitzplätzen vorgesehen. Je nach Ausführung lassen sich die Sitze verschieben oder herausnehmen. Beim Siebensitzer kommen längs verschiebbare „Long-Rail Easy Remove Seats“ zum Einsatz. Der Neunsitzer kann mit oder ohne vierte Sitzreihe konfiguriert werden.

Eine separate Klimaanlage für den Fond, USB-C-Anschlüsse mit bis zu 100 Watt sowie zahlreiche Ablagen sollen den Komfort insbesondere auf längeren Strecken erhöhen.

Fahrzeug wird zum digitalen Arbeitsplatz

Kia will den PV7 nicht nur als Elektrofahrzeug, sondern als Bestandteil eines digitalen Business-Ökosystems positionieren. Unter „Kia Business Solutions“ bündelt der Hersteller unter anderem Flottenmanagement, Lade- und Wartungsfunktionen.

Über ein standardisiertes Flottenmanagementsystem und Schnittstellen für vernetzte Fahrzeugdaten sollen Betreiber ihre Flotten effizienter überwachen können. Hinzu kommen sogenannte Uptime-Dienste mit Echtzeitüberwachung, vorausschauender Diagnose und proaktivem Wartungsmanagement.

Im Fahrzeug selbst kommt das auf Android Automotive OS basierende Infotainmentsystem „Pleos Connect“ zum Einsatz. Es bietet unter anderem vernetzte Navigation, variable Bildschirmlayouts, einen App-Marktplatz sowie Over-the-Air-Updates. Mit „Gleo AI“ integriert Kia außerdem einen KI-basierten Sprachassistenten.

Die Fahrerumgebung wurde gezielt auf häufiges Ein- und Aussteigen im Arbeitsalltag ausgelegt. Haltegriff, Sitzposition und Zugangsgeometrie sollen die Belastung reduzieren. Trotz der umfangreichen Digitalisierung setzt Kia für häufig verwendete Funktionen weiterhin auf physische Bedienelemente.

Beim Cargo versteht Kia das Cockpit als „mobilen Arbeitsbereich“. Offene Ablagen und eine funktionale Mittelkonsole sollen im täglichen Einsatz helfen. Beim Dreisitzer kann die Lehne des mittleren Sitzes umgeklappt und als zusätzliche Arbeits- oder Ablagefläche genutzt werden.

Breites Angebot an Assistenzsystemen

Auch bei den Fahrerassistenzsystemen fährt Kia umfangreich auf. Je nach Markt und Ausstattung gehören unter anderem Autobahnassistent 2.0, navigationsbasierte adaptive Geschwindigkeitsregelung, Frontkollisionswarner, Spurhalteassistent, Rundumsichtkamera und ein fernbedienbarer Parkassistent zum Angebot. Insgesamt sind sieben Airbags vorgesehen.

Auch die Reparaturfreundlichkeit wurde berücksichtigt: Austauschbare Stoßfängerecken sowie Radlauf- und Türverkleidungen sollen kleinere Schäden einfacher und kostengünstiger beheben lassen und damit Ausfallzeiten im gewerblichen Einsatz reduzieren.

Marktstart 2027

PV7 Passenger und PV7 Cargo sollen im zweiten Halbjahr 2027 zunächst in Europa und Korea auf den Markt kommen. Weitere Märkte und Modellvarianten folgen. Geplant sind unter anderem drei Cargo-Versionen – Standard, Lang und Hochdach – sowie zwei Passenger-Ausführungen, ein Chassis Cab und zahlreiche Spezialumbauten.

Produziert werden die Modelle im speziell für die PBV-Familie errichteten Kia-Werk Hwaseong EVO Plant in Südkorea. Mit dem größeren PV9 will Kia sein elektrisches Nutzfahrzeugangebot ab 2029 nochmals erweitern.

Mit dem PV7 wird damit auch deutlich, wohin Kia mit seiner PBV-Strategie will: weg vom einzelnen Elektrotransporter und hin zu einer modularen Fahrzeugplattform, die Transport, Personenbeförderung, branchenspezifische Umbauten und digitale Flottenservices miteinander verbindet.

23.09.2026

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