
Für viele Berufskraftfahrerinnen und -fahrer in Österreich und ganz Europa beginnt der Feierabendstress nicht erst nach dem Aussteigen, sondern bereits bei der Suche nach einem geeigneten Parkplatz. Eine aktuelle Befragung im Rahmen des DEKRA Verkehrssicherheitsreports 2026 hat diese Problematik erneut verdeutlicht. Die Studienergebnisse zeigen, dass viele Fahrerinnen und Fahrer bis zu einer Stunde nach einem Parkplatz suchen, was nicht nur die Nerven strapaziert, sondern auch die Einhaltung der vorgeschriebenen Ruhezeiten erschwert.
Laut der Befragung werden Lkw mangels freier Stellplätze häufig an ungesicherten Stellen wie Zu- und Abfahrten oder auf Standstreifen abgestellt, was ein erhebliches Unfallrisiko darstellt. Fast zwei Drittel der befragten Fahrerinnen und Fahrer gaben an, regelmäßig auf solche gefährlichen Notlösungen zurückgreifen zu müssen. Gleichzeitig beklagen viele die unzureichende Sicherheitslage auf den Rastplätzen. Fehlende Videoüberwachung und unzureichende Polizeipräsenz tragen zu einem unsicheren Gefühl bei, während Berichte über Überfälle und Diebstähle die Runde machen.
Ein weiterer Frustpunkt für viele Fahrerinnen und Fahrer ist die Kostenstruktur auf den Rastplätzen. Gebühren von bis zu 25 Euro pro Nacht oder zehn Euro für eine Dusche empfinden viele als überzogen. Vor allem in Deutschland ist die Situation angespannt, wo Parkgebühren oft mit einem Mindestverzehr gekoppelt sind, im Gegensatz zu Ländern wie Spanien, wo das Parken oft kostenlos ist.
Neben den infrastrukturellen und sicherheitstechnischen Herausforderungen wünschen sich die Befragten ein insgesamt besseres Arbeitsumfeld. Dies umfasst gesellschaftlichen Respekt, bessere Bezahlung und eine klare Aufgabenstellung zwischen Fahrpersonal und Kunden, insbesondere bei der Be- und Entladung. Die Nutzung digitaler Hilfsmittel wird als zunehmend wichtig empfunden, wobei etwa zwei Drittel der Befragten entsprechende Apps zur Parkplatzsuche nutzen.
Der Bericht der DEKRA zeigt, dass es dringend Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Lkw-Fahrern bedarf. Neben infrastrukturellen Verbesserungen sind vor allem Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit und Fairness gefragt, um den Beruf attraktiver und sicherer zu gestalten.
