Fünf Lkw haben die Finalrunde bei der Wahl zum „International Truck of the Year 2027“ erreicht. Die Shortlist spiegelt den beschleunigten Wandel hin zur Elektrifizierung ebenso wider wie die zunehmende technische Reife im Verteiler- und Fernverkehr.
Die Finalisten für den „International Truck of the Year“ (IToY) 2027 stehen fest: Der der neue Ford F-Max, der Iveco S-eWay, der MAN eTGM, der Mercedes-Benz eArocs 400 und Volvos neue Elektro-Lkw-Baureihe haben es in die Endauswahl geschafft.
Der Titel wird jährlich von der Jury des „International Truck of the Year“ vergeben und zeichnet das Fahrzeug aus, das innerhalb der vorangegangenen zwölf Monate auf den Markt gekommen ist und den größten Beitrag zur Effizienz des Straßengüterverkehrs geleistet hat. Bewertet werden technologische Innovation, Komfort, Sicherheit, Fahrverhalten, Energieeffizienz, Umweltverträglichkeit und die Gesamtbetriebskosten.
„Die diesjährigen Finalisten zeigen, wie breit der Begriff Fortschritt im Straßengüterverkehr inzwischen gefasst werden muss. Wir betrachten nicht nur eine einzelne Technologie, sondern bewerten, wie wirksam jedes Fahrzeug die tatsächlichen Anforderungen von Betreibern und Fahrern erfüllt.“
Florian Engel, Vorsitzender der International-Truck-of-the-Year-Jury

Neuer Ford F-Max
Ford Trucks kehrt mit dem neuen F-Max ins IToY-Finale zurück. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung jenes Modells, das bereits 2019 den Titel gewann. Die jüngste Generation erhält einen überarbeiteten Ecotorq-Antriebsstrang mit 510 PS sowie Neuerungen am Fahrerhaus, am Arbeitsplatz des Fahrers, bei den digitalen Systemen und im Effizienzpaket. Mit seiner Nominierung bleibt auch der Verbrennungsmotor im Wettbewerb 2027 klar vertreten – und das in einer Phase, in der sich die Antriebstechnologien rasant verändern.

Iveco S-eWay
Der Iveco S-eWay steht für die jüngste Entwicklungsstufe des italienischen Herstellers im batterieelektrischen Schwerlastverkehr. Das umfassendere S-eWay-Programm kombiniert LFP-Batterietechnologie mit einer eAchse von FPT Industrial und einem auf Aerodynamik optimierten Fahrerhauskonzept. Die S-eWay-Plattform ist dabei auf längere elektrische Transporteinsätze ausgelegt. Die Jury wird bewerten, wie überzeugend Elektrifizierung, Aerodynamik, nutzbare Batteriekapazität und Fahrzeugintegration zu einem praxistauglichen Schwerlastkonzept zusammengeführt wurden.

MAN eTGM
Mit dem MAN eTGM hält der batterieelektrische Antrieb Einzug in den mittelschweren Verteilerverkehr. Das modulare Batteriekonzept ermöglicht es Betreibern, je nach Einsatz zwischen zwei, drei oder vier Batteriepaketen zu wählen und damit Nutzlast, Reichweite und Kosten aufeinander abzustimmen. In der Ausführung mit vier Batteriepaketen gibt MAN für den Soloverteilerverkehr eine Reichweite von bis zu 480 Kilometern an. Hohe Flexibilität für Aufbauhersteller und ein optionaler mechanischer Nebenantrieb stärken zusätzlich die Praxistauglichkeit des Fahrzeugs.

Mercedes-Benz eArocs 400
Der neue Mercedes-Benz eArocs 400 bringt batterieelektrischen Antrieb in anspruchsvolle Baustelleneinsätze. Das Fahrzeug ist als Betonmischer oder Kipper erhältlich und nutzt zwei Lithium-Eisenphosphat-Batteriepakete mit einer installierten Kapazität von insgesamt 414 kWh. Damit soll eine Reichweite von bis zu 240 Kilometern möglich sein. Mit 380 kW Dauerleistung, CCS-Laden mit bis zu 400 kW und der robusten Arocs-Basis ist auch dieser Finalist lokal emissionsfrei unterwegs.

Volvos neue Elektro-Baureihe
Volvo zieht mit einer umfassend überarbeiteten schweren Elektro-Lkw-Baureihe ins Finale ein, die FH, FM, FMX und FH Aero Electric umfasst. Die neue Generation bietet weiterentwickelte elektrische Antriebsstränge, größere Flexibilität für unterschiedliche Einsatzbereiche und höhere Reichweiten. Für den FH Aero Electric mit erweiterter Reichweite nennt Volvo bis zu 700 Kilometer pro Batterieladung. Die nächste Generation der vielseitig einsetzbaren FH-, FM- und FMX-Electric-Modelle soll Reichweiten von bis zu 470 Kilometern erreichen.
Ein anspruchsvolles Teilnehmerfeld
Engel zufolge verdeutlicht die Shortlist sowohl die schnellen Fortschritte bei der Elektrifizierung als auch die unterschiedlichen Ansätze der Hersteller, um die Effizienz im Transportwesen zu steigern.
„Der hohe Anteil batterieelektrischer Lkw im diesjährigen Finale zeigt, mit welchem Tempo sich diese Technologie entwickelt. Gleichzeitig sind diese Fahrzeuge für sehr unterschiedliche Anwendungen und Einsatzanforderungen ausgelegt. Die Aufgabe der Jury besteht darin, über reine Spitzenwerte hinauszublicken und zu beurteilen, wie gut jeder Lkw als vollständige Transportlösung funktioniert. Effizienz, Sicherheit, Fahrerakzeptanz, Umweltleistung und Betriebskosten müssen als Gesamtpaket überzeugen.“
Florian Engel, Vorsitzender der International-Truck-of-the-Year-Jury
Hannover kürt den Sieger
Der Gewinner des „International Truck of the Year 2027“ wird während der IAA Transportation in Hannover bekannt gegeben. Die Preisverleihung findet im Rahmen der „Night of the Stars“-Gala am Montag, 14. September 2026, statt.
„Für die Hersteller ist das Entwicklungstempo außergewöhnlich hoch, doch für die Betreiber zählt am Ende, dass ein Lkw im Alltag funktioniert. Die Finalisten 2027 zeigen mehrere unterschiedliche Wege, um diese Herausforderung zu meistern. Unsere Aufgabe ist es nun, herauszufinden, welches Fahrzeug insgesamt den größten Beitrag zu einem effizienten Straßengüterverkehr leistet.“
Florian Engel, Vorsitzender der International-Truck-of-the-Year-Jury
