
Mit dem offiziellen Start der Serienproduktion des batterieelektrischen SuperPanther eTopas 600 bei Steyr Automotive erreicht ein neues Kapitel der europäischen E-Lkw-Produktion seinen nächsten Meilenstein. Erstmals verlassen seriengefertigte Fahrzeuge das Werk in Oberösterreich und werden direkt an Kunden in mehreren europäischen Ländern ausgeliefert. Hinter dem Projekt steht eine Partnerschaft, die chinesische Antriebstechnologie mit europäischer Fertigung, Validierung und Service verbindet.
Produktion in Österreich – Technologie aus China, Fertigung für Europa
Während viele neue Nutzfahrzeuge lediglich importiert werden, verfolgt SuperPanther einen anderen Ansatz. Die Kerntechnologien wie die elektrische Zweimotor-Achse, Hochvolt-Leistungselektronik und das Thermomanagement stammen vom Unternehmen selbst, die Endmontage, Inbetriebnahme und Qualitätsabnahme erfolgen jedoch bei Steyr Automotive in Österreich. Ergänzt wird das Fahrzeug durch Komponenten namhafter europäischer Zulieferer wie ZF, Schaeffler, Continental, Michelin, Goodyear, Infineon oder Castrol.
Für SuperPanther steht dabei nicht der reine Markteintritt im Vordergrund, sondern die Entwicklung eines Fahrzeugs, das konsequent auf europäische Anforderungen hinsichtlich Regulierung, Fertigung und Betrieb ausgelegt wurde.
Erste Fahrzeuge gehen an Logistikunternehmen
Mit dem Produktionsstart beginnt gleichzeitig der kommerzielle Einsatz des eTopas 600. Die ersten Fahrzeuge wurden an DHL, den deutschen Logistikdienstleister GRESS, den österreichischen Handelskonzern TEMMEL sowie den Nutzfahrzeug-Serviceanbieter LONTEX übergeben.
Damit startet der reguläre Betrieb des Elektro-Sattelzugs in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Polen und Tschechien. Besonders bemerkenswert: TEMMEL setzt den eTopas 600 bereits im täglichen Logistikbetrieb ein.
Für den Fernverkehr entwickelt
Der eTopas 600 wurde für den schweren Fernverkehr konzipiert. Die 4x2-Sattelzugmaschine ist für ein Gesamtzuggewicht von 42 Tonnen ausgelegt und verfügt über eine Dualmotor-Elektroachse mit 394 kW Dauerleistung sowie 692 kW Spitzenleistung.
Energie liefert eine 621-kWh-LFP-Batterie von CATL auf Basis eines 876-Volt-Systems. Laut Hersteller ist sie für bis zu 4.500 Ladezyklen beziehungsweise rund 1,2 Millionen Kilometer oder acht Jahre Betrieb ausgelegt.

600 Kilometer Reichweite und Schnellladen in weniger als 40 Minuten
Seit März 2026 absolvierte eine Testflotte in Deutschland und Österreich mehr als 70.000 Kilometer unter realen Einsatzbedingungen. Dabei lag der durchschnittliche Energieverbrauch laut SuperPanther bei rund 0,94 kWh pro Kilometer. Möglich werde dies durch das Zusammenspiel der selbst entwickelten Fahrzeugarchitektur, die Antrieb, Thermomanagement und Energiemanagement kontinuierlich optimiert.
Auch beim Laden setzt der Hersteller auf hohe Leistung: Dank CCS2-Anschlüssen auf beiden Fahrzeugseiten kann der eTopas 600 gleichzeitig an zwei Schnellladesäulen geladen werden. In Praxistests wurden Ladeleistungen von bis zu 646,7 kW erreicht, wodurch sich der Akku in weniger als 38 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen ließ – sofern zwei geeignete Ladepunkte verfügbar waren.
Unter europäischen Einsatzbedingungen gibt SuperPanther eine Reichweite von rund 600 Kilometern an. Das integrierte Thermomanagement mit Wärmepumpe soll zudem einen zuverlässigen Betrieb zwischen -35 °C und +40 °C gewährleisten.
Servicenetz wächst mit
Parallel zum Produktionsstart baut SuperPanther seine europäischen Servicekapazitäten aus. Wartung und Reparaturen erfolgen über das markenunabhängige Werkstattnetzwerk Alltrucks, das auch einen 24-Stunden-Pannendienst umfasst. Ergänzend entstehen derzeit eigene Strukturen für Ersatzteillogistik, Servicetechniker sowie Ferndiagnose- und Over-the-Air-Updates.
Ein weiterer Wettbewerber im europäischen E-Lkw-Markt
Mit der Serienproduktion in Steyr positioniert sich SuperPanther als neuer Anbieter im europäischen Markt für schwere Elektro-Lkw. Während etablierte Hersteller wie Mercedes-Benz Trucks, Volvo Trucks, MAN oder Scania ihre Elektro-Portfolios kontinuierlich ausbauen, setzt SuperPanther auf eine Kombination aus eigener Antriebstechnologie, europäischer Produktion und lokaler Serviceinfrastruktur.
Ob sich das Konzept langfristig am Markt etablieren kann, wird vor allem vom Praxiseinsatz bei den ersten Kunden abhängen. Mit der nun angelaufenen Serienfertigung und den bereits ausgelieferten Fahrzeugen hat das Unternehmen jedoch den entscheidenden Schritt vom Entwicklungsprojekt zum regulären Hersteller vollzogen.
