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Test mit dem Iveco S-Way 500

Mit dem Iveco S-Way 500 auf gekürzter 1TRUCKTEST Runde geht es von Wien-Liesing nach Maria Schutz und retour.

Es gibt Testfahrten, bei denen der erste Eindruck bereits zählt. Vor der Iveco Austria Zentrale in Wien steht nach vielen Jahren erstmals wieder ein S-Way 500 MY24 zur Ausfahrt bereit. In Italien hatten wir bereits das Vergnügen, zuhause ist es dann nochmals intensiver, weil die Strecke bekannt ist. In eleganter dunkelgrüner Metalliclackierung funkelt er verführerisch in der Morgensonne. Man könnte sie bei einem Arbeitstier beinahe als unnötigen Luxus abtun. Aber weil der S-Way nun einmal ein Italiener ist, darf dieser Satz sein: Diese Farbe steht ihm ausgezeichnet, hebt die elegante Linienführung durch markantes Licht/Schattenspiel deutlich hervor, harmoniert mit dem dunkelgrauen Schriftzug und lässt die LED-Scheinwerfer blitzen.

Gekürzte Runde

Nach all den Jahren der Abstinenz auf heimischen Autobahnen führen wir den S-Way auf einer kompakten 1TRUCK-Runde zurück auf den Pfad der Tugend. Sie führt uns mit der kräftigen Iveco Sattelzugmaschine, die einen Standard-Sattelauflieger von Kögel zieht, aus Liesing hinaus auf die Südautobahn, weiter über die S6 hinauf Richtung Semmering und bis zur Raststation Maria Schutz. Dort wird gewendet, zurück geht es über dieselbe Route bis in die Hetmanekgasse. Es ist keine Laborfahrt, sondern eine praxisnahe Proberunde: Autobahn, Steigungen, Verkehr, Lastwechsel und genug Gelegenheit, den Antriebsstrang arbeiten zu lassen.

Der 13-Liter-Sechszylinder macht dabei den stärksten Eindruck. In der 500-PS-Ausführung liefert der XCursor 13 satte 2.600 Nm Drehmoment, und genau so fühlt er sich an. Der S-Way zieht sauber an, bleibt auch am Semmering unter Last souverän und wirkt eigentlich nie angestrengt, auch wenn er bei 40 Tonnen an seine Grenzen stößt. Besonders angenehm ist, dass die Kraft nicht mit großem Getöse inszeniert wird. Der Iveco arbeitet gelassen, schaltet unaufgeregt, ein echt lässiger Italiener eben.

Sauberer Arbeitsplatz

Vorgewarnt durch viele Gespräche fällt das Augenmerk zuerst auf die Ergonomie. Der Chefsessel passt. Mit meinen 1,86 Metern finde ich sofort eine ausgezeichnete Sitzposition: entgegen verbreiteter Vorurteile muss man feststellen, dass die Iveco Kabine mittlerweile genügend Verstellweg für den Sitz bietet. Das aktuelle Lenkrad liegt fein in der Hand. Der Startknopf zitiert die Pkw aus dem Hause Alfa Romeo. Erstaunlich gut ist die Übersicht – man könnte fast meinen Iveco erfüllt die Direct Vision Vorgaben bereits. Das Cockpit selbst ist nicht auf Show, sondern auf lange Arbeitstage ausgelegt. Das neue digitale Cockpit-Display ist ein klarer Fortschritt. Es ist hochauflösend, kontrastreich und auch bei wechselndem Licht sehr gut ablesbar. Das zweite große Infotainment-Display am Armaturenbrett wirkt im Vergleich zu den jüngsten Cockpit-Layouts mittlerweile fast kompakt. Im Alltag stört das nicht, zumal Iveco mit der nächsten Generation ohnehin wieder deutlich größer aufrüstet. Dazu noch klar strukturierte Taster und eine logische Klimabedienung, die mit dem großen „Auto“ Taster im Temperaturdrehrad keine Sekunde vom Verkehrsgeschehen ablenkt. 

Fahreindrücke

Eine offizielle Verbrauchsmessung haben wir auf dieser Runde bewusst nicht durchgeführt. Trotzdem: Was die Anzeigen gerade bergauf am Semmering unter Last erkennen ließen, wirkte ausgesprochen vielversprechend. Der S-Way setzt seine Kraft durchaus effizient ein und dürfte sich trotz Standard-Courtainsider nah dran an den üblichen Verbrauchswerten von deutlich unter 25 Litern bewegen lassen. Den langen Anstieg auf den Semmering packt er trotz Baustelle direkt ab der Kreuzung mit der A2 mühelos. Die erste ernsthafte Steigung vor dem Edith Tunnel schnappt er mit ansprechenden 47 km/h im 9. Gang bei knapp unter 1.200 U/min, um über die lange Schottwien Brücke bereits wieder mit 63 km/h im 10. Gang bei über 1.300 Umdrehungen zu marschieren. Steht gut im Saft, der 500 PS Cursor. Genau das macht neugierig auf den großen 1TRUCKTEST mit dem Modelljahr 2026, der im kommenden Jahr folgen wird.

Nach der Rückfahrt nach Wien bleibt vor allem der Eindruck einer gereiften Sattelzugmaschine, die vielleicht bei der Haptik hier und da Potenial hat, aber insgesamt einen mehr als soliden Eindruck hinterlässt. Der Iveco S-Way 500 Modelljahr 2024 ist kein lauter Selbstdarsteller, sondern ein angenehm souveräner Fernverkehrs-Lkw mit kräftigem Motor, sehr gutem Fahrerplatz und modernem Cockpit. Und ja: In Dunkelgrün sieht er dabei auch noch verdammt gut aus.

25.06.2026

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