
Es sind oft keine spektakulären Momente, in denen sich entscheidet, ob ein Tier gerettet wird. Es sind Kilometer. Fahrten in der Morgendämmerung. Ein Transporter, der anspringt. Eine Ladefläche, auf der Stroh liegt.
Mobilität klingt nach Marketingbegriff. Für die Tierretter von Gut Aiderbichl ist sie Voraussetzung.
Nun bekommt dieses Wort ein konkretes Gesicht: Volkswagen Österreich wird neuer Mobilitätspartner des Gnadenhofnetzwerks. Was nach klassischer Presseinformation klingt, erzählt bei näherem Hinsehen mehr über Verantwortung, Infrastruktur und die Frage, wie ernst Unternehmen ihr gesellschaftliches Engagement meinen.
„Mit unseren Fahrzeugen leisten wir einen Beitrag zum Schutz der Tiere und zur Unterstützung einer Organisation, die sich seit Jahren mit Herz und Engagement für das Wohl von Tieren einsetzt. Nachhaltige Mobilität trifft gelebte Verantwortung – das ist mit Volkswagen perfekt umgesetzt“
Wilfried Weitgasser, Geschäftsführer Porsche Austria
Ein Hof, der längst ein Netzwerk ist
Henndorf am Wallersee. Hier begann 2001, was heute zu den bekanntesten Tierschutzorganisationen Europas zählt. Über 9.000 gerettete Tiere leben aktuell auf 30 Höfen in sechs Ländern. Allein 2025 wurden mehr als 1.700 Tiere aufgenommen.
Zahlen beeindrucken. Aber sie zeigen nur die Oberfläche. Dahinter stehen beschlagnahmte Rinder, ausgesetzte Hunde, Pferde, die dem Schlachthof entkommen sind. Und Menschen, die bereit sind, jederzeit loszufahren.
„Wir helfen dort, wo Tiere unsere Hilfe brauchen und schaffen gemeinsam mit unseren Partnern die Grundlage für ein respektvolles Zusammenleben. Tierschutz ist ohne Mobilität nicht möglich. Mit unserem neuen Fuhrpark von Volkswagen sind wir nun noch mobiler, stets verlässlich und sicher zur Stelle.“
Dieter Ehrengruber, Stiftungsvorstand Gut Aiderbichl
Vom Caddy bis zum Crafter: Infrastruktur statt Symbolik
Der Fuhrpark von Gut Aiderbichl wird künftig sukzessive mit Modellen von Volkswagen ausgestattet. Caddy, Crafter, Tiguan, Tayron. Anfang 2026 nehmen die ersten Fahrzeuge in Henndorf ihren Dienst auf. Das ist keine dekorative Partnerschaft. Es ist Infrastruktur.
Ein Caddy für enge Zufahrten. Ein Crafter für größere Tiertransporte. Fahrzeuge, die bei Schnee ebenso funktionieren wie bei Sommerhitze. Wer Tiere rettet, braucht keine Symbolik. Er braucht Zuverlässigkeit.
Nachhaltigkeit muss im Alltag bestehen
Volkswagen spricht von nachhaltiger Mobilität und gesellschaftlicher Verantwortung. Große Worte. Entscheidend ist, was im Alltag daraus wird.
Denn Tiertransporte finden nicht unter Idealbedingungen statt. Sie passieren nachts, bei schlechtem Wetter, unter Zeitdruck. Ein liegengebliebenes Fahrzeug ist kein logistisches Problem. Es ist ein Risiko für ein Lebewesen.
Verantwortung zeigt sich nicht im Claim, sondern im Einsatz.
Die stille Rolle des Regionalen
Ein Detail ist bemerkenswert: Die Kooperation wird gemeinsam mit dem Autohaus Reiser in Straßwalchen umgesetzt. Das Autohaus stellt nicht nur die Fahrzeuge, sondern übernimmt auch die Servicierung. Das klingt nach Nebensatz. Ist aber entscheidend.
Werkstatttermine, schnelle Reparaturen, Ersatzfahrzeuge. Ein Gnadenhof kann sich keine langen Standzeiten leisten. Engagement endet nicht mit der Schlüsselübergabe. Es beginnt dort.
Sichtbarkeit verpflichtet
Rund 300.000 Menschen besuchen Gut Aiderbichl jährlich allein in Österreich. Sie sehen die Tiere. Sie sehen die Höfe. Künftig sehen sie auch die Fahrzeuge. Engagement wird sichtbar. Und Sichtbarkeit schafft Erwartung.
In Zeiten, in denen Vertrauen nicht selbstverständlich ist, sind Partnerschaften mehr als Imageprojekte. Sie sind Prüfsteine. Sie zeigen, ob Worte und Handeln zusammenpassen.
Mehr als Transport
Mobilität im Tierschutz bedeutet nicht nur, Tiere von A nach B zu bringen. Es geht um Futterlogistik, Materialtransporte, Abstimmung zwischen Standorten in mehreren Ländern. Es geht um schnelle Reaktion, wenn Behörden anrufen oder Hinweise eingehen.
Das ist die unspektakuläre Seite des Helfens. Keine großen Bilder. Sondern Kilometerzähler, Wartungsintervalle und Tankrechnungen.
Am Ende zählt der Einsatz
Diese Kooperation wird sich nicht an Pressezitaten messen lassen müssen. Sondern daran, wie viele Tiere schneller, sicherer und stressfreier ankommen. Wie oft ein Fahrzeug rechtzeitig vorfährt. Wie viele Einsätze möglich werden.
Manchmal beginnt Verantwortung mit einem Schlüssel im Zündschloss.
