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MAN und E.ON setzen in Eugendorf ein Signal

Es sind oft unscheinbare Orte, an denen sich struktureller Wandel konkret zeigt. Eugendorf bei Salzburg gehört nun dazu. Am dortigen MAN-Servicestandort gingen kürzlich die ersten Hochleistungs-Ladesäulen für elektrische Lkw und Busse in Österreich in Betrieb. Errichtet wurden sie von MAN Truck & Bus gemeinsam mit E.ON. Es ist ein technischer Schritt – und zugleich ein politisch-ökonomischer.

Infrastruktur für eine Branche im Umbruch

Zwei Ladepunkte mit jeweils 400 Kilowatt Leistung stehen ab sofort rund um die Uhr zur Verfügung. Sie sind auf die Anforderungen des Schwerlastverkehrs ausgelegt: ausreichend Platz, einfache Zufahrt, kurze Ladezeiten. Was selbstverständlich klingt, war es bisher nicht. Denn während der Pkw-Bereich bei der Elektromobilität längst Fahrt aufgenommen hat, hinkt die Infrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge europaweit noch hinterher.

Lage mit strategischer Bedeutung

Gerade deshalb ist der Standort Eugendorf mehr als eine regionale Lösung. Die Nähe zur A1 und zum TEN-T-Kernnetz macht ihn strategisch relevant – nicht nur für österreichische Flotten, sondern auch für den internationalen Güterverkehr. Wer hier lädt, ist meist nicht auf Kurzstrecke unterwegs.

Laden als Teil des Arbeitsalltags

Bemerkenswert ist auch der Ansatz, Ladeinfrastruktur direkt an Servicestandorten zu etablieren. Fahrerinnen und Fahrer finden hier Sanitäranlagen, Aufenthaltsräume und einfache Verpflegung. Das ist kein Luxus, sondern eine praktische Antwort auf reale Arbeitsbedingungen. Elektromobilität im Schwerverkehr funktioniert nur dann, wenn Ladezeiten sinnvoll nutzbar sind.

Vom Pilotprojekt zur Strukturfrage

Für MAN und E.ON ist das Projekt Teil einer längerfristigen Planung. Bis Ende 2026 sollen weitere Standorte in Österreich folgen, langfristig alle MAN-Servicebetriebe entsprechend ausgestattet werden. Damit verschiebt sich der Fokus: weg von einzelnen Pilotprojekten, hin zu einem flächig gedachten System.

Kosten, Tarife und Realität

Ökonomisch ist das kein Selbstläufer. Der Umstieg auf elektrische Lkw bleibt für viele Transportunternehmen eine Investitionsfrage. Umso relevanter sind transparente Tarife und einfache Zugangsmodelle. Die Einbindung in bestehende Ladelösungen sowie die Möglichkeit zum Ad-hoc-Laden senken zumindest die Einstiegshürden.

Ein Baustein, kein Durchbruch

Was in Eugendorf eröffnet wurde, ist kein Durchbruch. Aber es ist ein Baustein. Einer von vielen, die notwendig sind, um den Schwerverkehr schrittweise zu dekarbonisieren. Die Energiewende im Transportsektor wird nicht durch große Ankündigungen entschieden, sondern durch funktionierende Infrastruktur an Orten wie diesem.

05.02.2026

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