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DHL Freight testet den SuperPanther eTopas 600

Manchmal beginnt Wandel nicht mit großen Worten, sondern mit einer Probefahrt. In diesem Fall mit einer rund 400 Kilometer langen Strecke von Wels nach Wien und zurück. Genau dort setzen DHL Freight und SuperPanther an. Gemeinsam bringen sie den vollelektrischen eTopas 600 erstmals unter realen Bedingungen auf die Straße. Kein Showtruck, kein Messestand. Sondern Alltag.

Ein Schulterschluss mit klarer Richtung

Im Herbst 2024, auf der IAA Transportation in Hannover, unterzeichneten DHL Freight und SuperPanther ein Memorandum of Understanding. Darin ging es nicht um Absichtserklärungen im luftleeren Raum, sondern um ein klares Ziel: CO₂-neutrale Modelle im Straßengüterverkehr schneller zur Serienreife zu bringen.

Jetzt folgt der nächste Schritt. In Österreich wird der eTopas 600 praktisch erprobt. Das Fahrzeug stammt von einem chinesischen Hersteller, der erst 2022 gegründet wurde, aber von Beginn an auf neue Energietechnologien für schwere Nutzfahrzeuge setzt. Entwickelt wurde der eTopas 600 speziell für den europäischen Markt, in Zusammenarbeit mit einem österreichischen OEM.

Technik, die nicht beeindrucken will, sondern funktionieren muss

Der eTopas 600 ist kein Leichtgewicht und will es auch nicht sein. Zwei Elektromotoren treiben die Achse an, die Dauerleistung liegt bei 394 kW, die Spitzenleistung bei 692 kW. Das Fahrzeug ist für ein Gesamtzuggewicht von 42 Tonnen ausgelegt. Die Reichweite gibt SuperPanther mit bis zu 500 Kilometern an.

Herzstück ist eine 621-kWh-LFP-Batterie von CATL. Geladen wird über einen dualen CCS2-Anschluss, von 20 auf 80 Prozent in rund 38 Minuten. Die angegebene Batterielebensdauer liegt bei 4.500 Vollzyklen, was mehr als 1,2 Millionen Kilometern entspricht. Für den Alltag entscheidend ist auch das Rekuperationssystem mit fünf Stufen, das Bremsenergie konsequent zurückgewinnt.

Von Wels nach Wien und zurück

Die Teststrecke ist bewusst gewählt. Von Wels im oberösterreichischen Alpenvorland über die Autobahn bis nach Wien und retour. Rund 400 Kilometer, beladen mit 15 Tonnen Fracht. Genau das, was im Linienverkehr zählt.

Die erste Fahrt fand Ende Oktober statt, weitere Testläufe sind für das erste Quartal 2026 geplant. Getestet wird nicht nur Reichweite oder Verbrauch. Es geht um Sicherheit, Funktionalität, Bedienbarkeit und die Frage, wie gut sich das Fahrzeug in bestehende DHL-Standards integrieren lässt.

Antje Huber, SVP Strategy, Marketing & Staff bei DHL Freight, bringt es auf den Punkt: Man habe vor einem Jahr über Visionen gesprochen. Jetzt sitze man im Fahrzeug und sammle echte Erfahrungen. Das sei ein entscheidender Unterschied.

Früh testen heißt schneller lernen

Für beide Partner liegt der Wert dieser Tests in der frühen Phase. DHL bringt seine operative Erfahrung als Logistiker ein, SuperPanther die Technologie. Das Feedback aus dem realen Einsatz fließt direkt in die Weiterentwicklung. Das spart Zeit und reduziert das Risiko späterer Fehlentwicklungen.

Gerade im schweren Fernverkehr entscheidet nicht ein Datenblatt über den Erfolg, sondern die Frage, ob ein Fahrzeug zuverlässig, effizient und fahrertauglich ist. Genau hier setzen die gemeinsamen Testfahrten an.

Elektromobilität als Teil eines größeren Ganzen

DHL verfolgt einen technologieoffenen Ansatz. Ziel ist es, alle logistikbezogenen Emissionen bis 2050 auf netto null zu senken. Kurzfristig setzt man auf HVO 100 sowie Bio-LNG und Bio-CNG. Langfristig spielen auch Wasserstofflösungen eine Rolle. Elektromobilität wird dabei nicht als alleinige Antwort verstanden, aber als wichtiger Baustein.

DHL Freight sammelt bereits an anderen Standorten Erfahrung, etwa mit E-Lkw von BYD im Raum Köln oder im Regelbetrieb für Satair in Hamburg. Der Test des eTopas 600 fügt sich logisch in diese Strategie ein.

Am Ende geht es nicht um einen einzelnen Truck. Es geht um die Frage, wie emissionsarme Logistik im schweren Straßengüterverkehr realistisch aussehen kann. Die Antwort darauf entsteht nicht im Labor, sondern auf der Straße zwischen Wels und Wien.

08.01.2026

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