v.l.n.r: Richard Arnold, Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd; Matthieu Guesné, CEO und Gründer von Lhyfe; Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energie des Landes Baden-Württemberg; Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg; Nicolas Gibert-Morin, Referatsleiter für „Österreich, Deutschland und die Niederlande“ in der Generaldirektion für Regional- und Stadtpolitik; Dr. Joachim Bläse, Landrat des Ostalbkreises; Luc Graré, Leiter Zentraleuropa & Osteuropa bei Lhyfe
Ein windiger Oktobertag in Schwäbisch Gmünd, doch das Wetter hielt niemanden davon ab, einem Ereignis von historischer Bedeutung beizuwohnen: Der französische Wasserstoffpionier Lhyfe eröffnete offiziell seine erste Produktionsanlage in Deutschland – und zwar gleich die größte kommerzielle Anlage für erneuerbaren Wasserstoff im Land. Die hochkarätige Gästeliste ließ keinen Zweifel am Stellenwert des Projekts: Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Umweltministerin Thekla Walker, EU-Vertreter, regionale Würdenträger und natürlich der Lhyfe-Gründer Matthieu Guesné.
„Mit der Eröffnung in Schwäbisch Gmünd beginnt für Lhyfe ein neues Kapitel. Wir sind bereit, unsere Produktion auszubauen und die Zukunft aktiv mitzugestalten.“
Luc Graré, Head of Central & Eastern Europe bei Lhyfe
Die Anlage im Industriegebiet von Schwäbisch Gmünd steht symbolisch für das, was politisch oft eingefordert, aber selten umgesetzt wird: den Brückenschlag von ambitionierter Klimapolitik hin zu industrieller Realität.
10 Megawatt grüne Energie
Lhyfe hat auf einem Hektar Fläche eine Produktionsstätte errichtet, die täglich bis zu 4 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff liefern kann – genug, um rund 100 Lkw täglich je 400 Kilometer emissionsfrei fahren zu lassen. Ermöglicht wird dies durch grünen Strom aus Power Purchase Agreements (PPA) mit deutschen Erzeugern wie EDPR.
Die gesamte Anlage ist modular in Containern gebaut – ein durchdachtes Konzept: stapelbar, skalierbar, platzsparend. Diese Module übernehmen alles: von der Stromumwandlung, Wasseraufbereitung, Kühlung, Elektrolyse bis hin zur Kompression und Abfüllung des Wasserstoffs. Über ein cleveres Containerwechselsystem wird der grüne Wasserstoff zu Kunden im ganzen Land transportiert – einfach, effizient, emissionsfrei.
Der neue Goldstandard für saubere Moleküle
Im September 2025 erhielt die Anlage in Schwäbisch Gmünd das begehrte RFNBO-Zertifikat – die strengste Nachhaltigkeitsklassifizierung der EU für erneuerbaren Wasserstoff. Sie bescheinigt nicht nur die vollständige Erzeugung aus erneuerbaren Quellen, sondern erfüllt auch sämtliche Anforderungen an Umweltschutz, Rückverfolgbarkeit und EU-Taxonomie-Konformität.
Für Lhyfes Kunden ist das mehr als ein grüner Stempel: Mit der Zertifizierung erhalten sie Zugang zu nationalen und europäischen Förderprogrammen – ein entscheidender Standortvorteil in einem sich rasant entwickelnden Markt.
Ein Netzwerk für die Zukunft
Die Einsatzmöglichkeiten des Wasserstoffs sind vielfältig: Von Schwerlastverkehr über industrielle Anwendungen bis zur Einspeisung in zukünftige Wasserstoffzonen wie das geplante H2-Aspen Industriegebiet. Ein Vertrag mit H2 MOBILITY, Deutschlands führendem Betreiber von Wasserstofftankstellen, sichert die Versorgung des Mobilitätssektors.
Der Schulterschluss von Politik, Wirtschaft und Industrie ist in Schwäbisch Gmünd nicht nur leere Rhetorik, sondern konkrete Realität.
Logistisches Rückgrat der europäischen Wasserstoffwirtschaft
Schon seit 2020 ist Lhyfe in Deutschland aktiv. Erste Projekte wie das "H2goesRail" mit der Deutschen Bahn oder über 470 Auslieferungen in 2024 zeigen die operative Exzellenz des Unternehmens. Mit einer der modernsten Containerflotten Europas – 70 Hochleistungs-Trailer zwischen 380 und 1.000 Kilogramm Kapazität – ist Lhyfe nicht nur Produzent, sondern auch verlässlicher Logistikpartner.
Die neue Anlage ist dabei kein isolierter Leuchtturm, sondern Teil einer intelligenten Wasserstoffinfrastruktur, die mobil, modular und jederzeit erweiterbar ist.
Ein Signal weit über Schwäbisch Gmünd hinaus
Dass ausgerechnet eine französische Firma in Süddeutschland den Maßstab für grünen Wasserstoff setzt, ist kein Zufall – sondern Ausdruck eines sich wandelnden Europas. Weg vom fossilen Nationalismus, hin zu vernetzten, nachhaltigen Lösungen.
