
Wenn in der frühmorgendlichen Stille ein Müllwagen beinahe lautlos durch die Straßen rollt, dann ist das kein Science-Fiction-Szenario mehr, sondern Alltag in Oberösterreich – zumindest bei der Zellinger GmbH. Das Entsorgungsunternehmen mit Sitz in Walding schreibt Mobilitätsgeschichte: Mit vier vollelektrischen Mercedes-Benz eActros 300, die seit Mai 2025 im Einsatz sind, bringt Zellinger die Dekarbonisierung direkt vor die Haustüren der Kommunen. Und zwar nicht halbherzig, sondern mit konsequenter Überzeugung.
Elektro statt Emission – und zwar konsequent
„Die Elektrifizierung unserer Flotte ist ein konsequenter Schritt in Richtung Dekarbonisierung. Wir wollen nicht nur gesetzliche Anforderungen erfüllen, sondern Verantwortung übernehmen – ökologisch und wirtschaftlich.“
Jürgen Humer-Zellinger, Geschäftsführer Zellinger GmbH
Zellinger geht einen Weg, den viele noch scheuen: den kompletten Umstieg auf lokal emissionsfreie Nutzfahrzeuge. Die eActros-Modelle, zwei- und dreiachsig, sind speziell für kommunale Sammelstrecken konzipiert – mit ihrer Reichweite von bis zu 300 Kilometern pro Ladung passen sie perfekt ins tägliche Entsorgungsprofil.
Grüner Strom aus eigenem Abfall – ein Kreislauf mit Vorbildwirkung
Doch das eigentlich Spektakuläre passiert abseits der Straße. Zellinger speist seine neuen Elektro-Lkw mit Strom aus der eigenen Biogasanlage – produziert aus den organischen Abfällen, die das Unternehmen selbst einsammelt. Das ist Kreislaufwirtschaft 2.0: Müll wird zu Strom, der Müllfahrzeuge antreibt, die neuen Müll holen, aus dem wieder Strom wird. Was nach idealistischer Öko-Utopie klingt, ist bei Zellinger längst Realität. Damit ist das Unternehmen der erste Entsorger Oberösterreichs, der seine E-Fahrzeuge mit eigens erzeugtem Biostrom betreibt – und damit ein echtes Alleinstellungsmerkmal besitzt.
Sicherheit, die keine Kompromisse kennt
Technikliebhaber kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Die neuen eActros sind vollgestopft mit modernen Assistenzsystemen. Vom Abbiegeassistenten über den Notbremsassistenten bis hin zur Rückfahrkamera ist alles an Bord, was heute für maximale Sicherheit im Stadtverkehr sorgt. Und für Zellinger ist das keine optionale Spielerei, sondern Standard. „Wir investieren gezielt in Systeme, die Mensch und Umwelt schützen“, sagt Humer-Zellinger – und meint das wörtlich. Sicherheit ist hier kein Feigenblatt, sondern ein klares Statement.
Mehr als ein Fuhrpark – ein Zukunftsversprechen
Die Einführung der Elektro-Lkw ist nur ein Teil von Zellingers größerem Plan: Nachhaltigkeit zieht sich durch das gesamte Unternehmen. Digitale Tourenplanung, energieeffiziente Betriebsprozesse, ein ausgeklügeltes Recyclingkonzept – hier wird nicht an Stellschrauben gedreht, hier wird umgebaut. Mit Unterstützung der E-Mobilitätsförderung des Bundes wurde parallel zur Fahrzeugbeschaffung in passende Ladeinfrastruktur investiert – natürlich ebenfalls mit 100 % Ökostrom versorgt.
eActros im Fokus: Maßgeschneidert für den urbanen Takt
Mercedes-Benz hat mit dem eActros 300 ein Arbeitstier für den Nahverkehr gebaut, das exakt auf diese Anforderungen abgestimmt ist. Drei Batteriepakete mit je 112 kWh liefern genug Energie für bis zu 300 Kilometer – mehr als ausreichend für tägliche Sammelrouten im urbanen Raum. Die elektrische Starrachse mit zwei integrierten Elektromotoren bringt satte 330 kW Dauerleistung auf die Straße, in der Spitze sogar 400 kW. Hinzu kommt die effiziente Rekuperation – beim häufigen Anfahren und Bremsen im Stadtverkehr wird Bremsenergie zurückgewonnen und wieder in die Batterie eingespeist. Damit ist der eActros wie gemacht für die Müllentsorgung – leise, sauber, stark.
Ein Blick nach vorn – ohne wenn und aber
Was Zellinger hier vormacht, ist mehr als nur ein flotter Technologiewechsel. Es ist ein Plädoyer für eine neue Haltung: Wer Verantwortung übernehmen will, braucht den Mut zur Veränderung. Der Umstieg auf E-Mobilität in der Entsorgungslogistik zeigt, dass klimafreundlicher Verkehr nicht nur möglich, sondern sinnvoll ist – ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich.
Was bleibt, ist ein klares Signal aus Oberösterreich: Die Zukunft der Abfallwirtschaft ist elektrisch – und beginnt genau dort, wo Menschen handeln statt nur reden.
