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Völlig entsorgt

Erwin Vauti schafft fast jeden Marathon unter drei Stunden. Und mit seinem Actros hält er die Geschäfte der Kärntner Recyclingfirma Gojer in Schwung.

Die Globalisierung hat viele Gesichter. Je nach Blickwinkel. Den Konsumenten in Österreich verschafft sie preisgünstige T-Shirts, Telefone und Waschmaschinen. Dem Kärntner Entsorgungsbetrieb Gojer jede Menge Arbeit. Weil etwa Kühlschränke nicht mehr repariert werden, sondern einfach neu gekauft. Weil Computer-Bildschirme schon nach drei oder vier Jahren zum alten Eisen gehören und auf dem Sperrmüll landen. Und weil die Wirtschaft mit viel Öl und Schmiermittel am Laufen gehalten werden muss. Was passiert mit all den Schmiermitteln und dem alten Öl, nachdem es seine Schuldigkeit getan hat? Es wird entsorgt und recycelt. Zuvor aber wird es in Sammeltanks gepumpt, wie sie nun bei der Firma Mahle in St. Michael ob Bleiburg auf ihre Abholung warten. Dreimal in der Woche kommt dort gleich frühmorgens Erwin Vauti mit seinem Actros 2845 vorbei. Der ebenso schlanke wie durchtrainierte Gojer-Mitarbeiter tauscht Leergebinde gegen volle Tanks. Ein Stapler hebt ihm Behälter für Behälter auf die Ladefläche seines Dreiachsers. Mit einem elektrischen Hubwagen verteilt Erwin sie dann im Kofferaufbau, wobei der Platz gut genutzt sein will. Der 2.000-Mitarbeiter-Betrieb ist ein guter Kunde und der Laderaum schon nach wenigen Minuten voll.

Routine vs. Adrenalin

Auf der wenige Kilometer langen Strecke von der Gojer-Zentrale in der Nähe von Völkermarkt hinunter nach St. Michael kennt Erwin Vauti längst jeden Busch am Straßenrand. Jeder Arbeitstag beginnt für ihn um 5 Uhr früh mit einem Kaffee. Der 42-Jährige checkt noch einmal die am Vortag erhaltenen Aufträge, redet mit den Kollegen, steigt dann ins Fahrerhaus. Routine. Mehr Adrenalin bietet ihm seine Leidenschaft Laufen. Im Schnitt sind es um die zwölf Kilometer, die er am Tag abspult. Pro Jahr kommt er so auf 4.000 bis 5.000 Kilometer (zum Vergleich: 4.000 Kilometer sind es von Wien in die iranische Hauptstadt Teheran). Das ist durchaus ambitioniert. „Mit jeder Marathonzeit unter drei Stunden bin ich zufrieden“, meint er. Und das gelinge ihm meistens auch. Seine persönliche Bestleistung liegt bei 2:46 Stunden für die 42.195 Meter – das war bei einem Marathon in Linz. Mit so einer Zeit läuft man zwar etwa 40 Minuten nach der Weltspitze über die Ziellinie, gehört aber immer noch zu den besten fünf Prozent bei jedem Rennen. Ähnlich ambitioniert ist Erwin auch in anderen Lebensbereichen. Weil ihm „einfach nur Lkw-Fahren zu wenig“ war, hat er etwa schon vor 18 Jahren, als er anfing im Familienbetrieb Gojer zu arbeiten, den ADR-Schein gemacht. „Da ist die Herausforderung ein wenig größer, weil ich es immer wieder auch mit anderer Fracht, anderen Vorschriften und anderen Strecken zu tun habe.“


Der Kommandant

Und da Erwin trotz seiner Tausenden Lauf- und Zehntausenden Lkw-Kilometer noch Freiraum hat, ist er darüber hinaus Kommandant der Feuerwehr Peratschitzen in seiner Heimatgemeinde St. Kanzian am Klopeiner See. In dieser Funktion steckt er gerade knietief in einem langwierigen – „aber interessanten!“ – Abstimmungsprozess mit der Österreichischen Bundesbahn. Gemeinsam mit den Feuerwehren Stein im Jauntal, Kühnsdorf und Edling wurde Peratschitzen als Portalfeuerwehr für ein neun Kilometer langes Teilstück der neuen ÖBB-Koralmstrecke mit fünf Tunnelabschnitten aufgestellt und entsprechend ausgerüstet. Nun gilt es, das Gelände und die Bedingungen vor Ort kennenzulernen. Und natürlich das neue Gerät.

Neues Gerät

Das war für Erwin Vauti Ende 2015 auch der Actros. Als Juniorchef Ludwig Gojer seinem Mitarbeiter eröffnete, dass er künftig in einem Mercedes-Benz Platz nehmen dürfe, war Erwin zunächst alles andere als begeistert. „Ich bin elf Jahre mit einem Fahrzeug einer anderen Marke unterwegs gewesen und wollte nicht umsteigen“, sagt er. Heute allerdings würde er seinen Actros „um nichts in der Welt“ mehr hergeben wollen. Ludwig Gojer und Betriebsleiter Florian Kordesch grinsen: „Ja, ja. Zuerst skeptisch sein und meckern, und dann will er gar nicht mehr aussteigen.“ Erwin Vauti erklärt: „Ich habe dann eben recht schnell gemerkt, was für einen tollen Lkw ich da bekommen habe. Die Motorisierung ist mit 331 kW spitze, Fahrkomfort und Fahrgefühl sind gut, die Kabine ist sehr geräumig, und dank der mitlenkenden Nachlaufachse ist das Fahrzeug auch recht wendig.“


Absolut Zufrieden

Sein Chef ist mit dem Actros ebenfalls sehr zufrieden. Der Verbrauch entspreche den Erwartungen, das Fahrzeug sei für den Einsatzzweck perfekt. Und sollte es doch einmal ein Problem geben, sei die Mercedes-Benz-Werkstätte beim Autohaus Kaposi in Grafenstein nur wenige Kilometer weit entfernt, so Ludwig Gojer. „Das war ein ganz entscheidender Grund, warum wir uns für den Actros entschieden haben. Wenn ein Fahrzeug schon ausfällt, dann will ich es schnellstmöglich wieder in Betrieb nehmen, und das ist dank der Nähe der Werkstätte und den dort sehr bemühten Mitarbeitern der Fall.“ Es läuft also. Die 65 Fahrzeuge zählende Gojer-Flotte wird lückenlos versorgt. Kühlschränke müssen weiterhin entsorgt, Feuerlöscher aufbereitet und Altöle recycelt werden. Und Erwin Vauti trainiert weiter für den nächsten Marathon mit dem einen Ziel: „Unter drei Stunden. Alles andere macht keinen Spaß.“


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