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Low Emission Electric Freight Fleets

Foto: Werner Dedl


Es sind Unternehmen wie Schachinger Logistik, Kreisel Electric, Oberaigner Powertrain, Smatrics, Voltia oder Energie Ingenieure Consulting, die gemeinsam mit Forschungspartnern wie der Universität für Bodenkultur, der Universität Wien und der FH Hagenberg von 2016 bis 2019 am Projekt LEEFF arbeiteten. Hinter dem sperrigen Namen „Low Emission Electric Freight Fleets“ steckt ein höchst praxisorientiertes und erfolgreich umgesetztes Projekt: Gefördert durch den Klima- und Energiefonds, gingen 17 Projektpartner der gemeinsamen Vision nach, ganzheitliche Lösungen für einen ökonomisch rentablen Einsatz von Elektromobilität im urbanen Gütertransport – mit Fokus auf Paketlogistik – voranzutreiben und im Praxiseinsatz zu testen. Mit Blick auf Leistung und Kosten wurde ein E-Van-Prototyp entwickelt, der in weiterer Folge auf Kundenwunsch in Kleinserie produziert werden soll. Optimale Ladeinfrastruktur, intelligente IT-Software und mobile Applikationen sowie ein Implementierungs- und Servicefahrplan für Fuhrparkbetreiber unterstützen dabei, elektrifizierte Nutzfahrzeuge wirtschaftlich und zuverlässig in gewerbliche Flotten zu integrieren. Über die Projektlaufzeit hinweg sind bei sämtlichen Projektpartnern über 110 Green Jobs hinzugekommen und es wurden zwei neue Unternehmen und Startups gegründet.

Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds: „Der Praxistest ist bestanden: CO2-freie urbane Logistik funktioniert. Und zwar mit Innovationen aus Österreich. Mit LEEFF hat die Branche außerdem bewiesen, dass sie die Mobilitätswende will, entlang der Innovationskette kooperiert und so rasch marktfähige Lösungen entwickelt.“

Max Schachinger, Gesellschafter Schachinger Logistik: „Mehr als ein Drittel der CO2-Emissionen im Verkehr werden vom Güterverkehr verursacht, obwohl die LKWs nur etwa 10% vom Fahrzeugbestand in Österreich ausmachen. Auch ist es wohl einer der stärksten wachsenden Bereiche. Im Gegensatz zum Individualverkehr sind die Touren aber täglich ähnlich und planbarer. Gerade darum ist wichtig hier aktiv zu werden und eine Vorreiterrolle einzunehmen; dies gelingt aber nur mit ordentlichen, rechtssicheren und gezielten Rahmenbedingungen, Kostenwahrheit und Förderungen, wie etwa einer Korridormaut, Zertifikate für Stadteinfahrten, Ausbau der Kapazitäten bei der Bahn“. „Wichtig sind für solch innovative Projekte weiter die Unterstützung und Förderungen, wie jene vom Klima- und Energiefonds.“


Foto: Werner Dedl


VOM 3D-MODELL ZUR KLEINSERIE

Im Zuge des Projekts wurde ein eigener Elektrotransporter entwickelt. Die Adaption eines Mercedes Sprinter erfolgte mittels eines optimierten Getriebes, innovativer modularer Batterie-Technologie und intelligenter Ladeinfrastruktur. „Wir haben das Auto komplett zerlegt, den Verbrennungsmotor und alle dazugehörigen Komponenten entfernt, alles genauestens vermessen und 3D-Modelle erstellt“, skizziert Markus Kreisel, CEO bei Kreisel Electric die Startphase des LEEFF-Projektes. „Auf Basis dieser 3D-Modelle konnten sowohl die perfekte Größe und Position der Akkus als auch die Getriebekonstruktion perfekt auf das Fahrwerk des Mercedes-Sprinters abgestimmt werden.“ Leistung, Sicherheit und Modularität sowie die Ausrichtung an den Bedürfnissen von kommerziellen Flottenbetreibern waren zentrale Anforderungen. Mit dem E-Van-Prototyp ist es gelungen, Knowhow für ein marktfähiges Nutzfahrzeug zu sammeln. Dies wurde in einer Kleinserienproduktion umgesetzt.

ERGEBNISSE AUS DEN PRAXISTESTS

Der umgerüstete E-Van auf Basis eines Mercedes Sprinter wurde in den knapp 2,5 Jahre dauernden Praxistests um drei weitere Fahrzeugtypen – MAN eTGE, SAIC Maxus sowie elektrifizierte Citro?n Jumper – ergänzt. Insgesamt waren 11 Fahrzeuge bei sechs Praxispartnern im Einsatz. Die E-Nutzfahrzeuge wurden dabei in die realen Logistikprozesse der involvierten Praxispartner integriert. Der Hauptfokus lag auf Paketzustellung. Im Testbetrieb wurden 158.527 km zurückgelegt, der durchschnittliche Energieverbrauch lag bei 32,2 kWh pro 100 km, die durchschnittliche Nutzlast bei 825 kg. Im Vergleich zu Nutzfahrzeugen mit Verbrennungsmotoren lag die Flotten – CO2-Einsparung der Demonstrationsflotte bei 48,2 %

AUSBLICK

Obwohl das Projekt LEEFF offiziell zu Ende ist, sind die Projektpartner überzeugt, dass die vergangenen 3 Jahre den Grundstein für weitere Formen der Zusammenarbeit legen konnten – sei es für die Weiterentwicklung technischer Komponenten, die Entwicklung geeigneter Geschäftsmodelle für Flottenbetreiber oder die Entwicklung temperaturgeführter eVANS. Ein weiterer Fokus liegt auch auf der Erarbeitung politischer und rechtlicher Handlungsempfehlungen mit dem Ziel, vorhandene City Logistik-Strategien zu verbessern und den verstärkten Einsatz (teil)elektrifizierter Flotten zu fördern. Hierfür fand im März 2020 ein Vernetzungstreffen zwischen den Projektpartnern von LEEFF, dem Klima- und Energiefonds sowie Entscheidungsträgern statt, um weitere Ideen und Vorgehensweisen zu anzudenken.

„Im nächsten Schritt werden wir ein integriertes Geschäftsmodell aufbauen – eTransformer genannt – wo wir gewerbliche Flottenbetreiber von der Ist-Analyse über die Konzeptionierung bis zur Implementierung und Ausrollung ganzheitlich begleiten werden“ gibt Projektleiter Bartosz Schatzlmayr-Piekarz einen Ausblick.

Foto: Werner Dedl


06.07.2020

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