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Automobilwirtschaft durch die Krise bringen

Im Arbeitskreis der Automobilimporteure und dem Ausschuss der Nutzfahrzeugimporteure sind die Interessen der österreichischen Automobil- und Nutzfahrzeugwirtschaft gebündelt. 

Wir haben Geschäftsführer Dr. Christian Pesau zum 1TRUCK Talk gebeten.

Herr Dr. Pesau, wie sehen Sie die Bedeutung der Automobilwirtschaft für Österreich insgesamt und welche Gefahren lauern aufgrund der aktuellen Krise?

Die heimische Automobilwirtschaft ist Schlüsselindustrie und eine, wenn nicht sogar die Leitbranche der produzierenden Wirtschaft in Österreich. Die Corona Krise jedoch hat die
Automobilbranche mit voller Wucht getroffen. Viele Betriebe bangen um ihre Existenz, Einschätzungen für das restliche Jahr sind nur schwer zu tätigen und hängen stark von möglichen Konjunkturmaßnahmen der Politik ab.


Um diese Bedeutung und vor allem auch das Risiko dahinter etwas greifbarer zu machen, könnten Sie den Wirtschaftsfaktor Automobil konkretisieren bzw. in Zahlen ausdrücken?

Das ist insbesondere auch deshalb kritisch, da sich eine schwächelnde Automobilwirtschaft, aufgrund ihrer Bedeutung für die österreichische Wirtschaft, auch umgekehrt negativ
auf die Konjunktur auswirkt. Immerhin erwirtschaften die Unternehmen der österreichischen Automobilwirtschaft jährlich einen Bruttoproduktionswert von knapp 67 Milliarden Euro.
Insgesamt finden 315.000 Österreicherinnen und Österreicher in der Automobilwirtschaft Beschäftigung, was sie zu einem mächtigen Jobmotor macht. Zudem lässt sich jeder 13te Euro,
der österreichweit erwirtschaftet wird, auf die Automobilwirtschaft zurückführen. Mit jährlich rund 13 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben trägt der Sektor auch wesentlich zum Staatshaushalt bei. Im Jahr 2018 wurden in Österreich 2,1 Millionen Motoren und Getriebe, 144.500 Pkw und 20.400 Lkw gefertigt. Mit einem Produktionswert von 17,1 Milliarden Euro im
Jahr 2018 hat sich das Produktionsvolumen der österreichischen Fahrzeugindustrie seit dem Jahr 2000 mit damals 5,9 Mrd. Euro nahezu verdreifacht.

Was kann bzw. muss nun getan werden, um das Überleben dieses so wichtigen und erfolgreichen Sektors zu sichern?

Im Pkw-Bereich konzentrieren wir uns in den Gesprächen mit den politischen Entscheidungsträgern im Wesentlichen auf vier Forderungen: Die Incentivierung von des Fahrzeugbestands beispielsweise in Form einer neuen Ökologisierungsprämie, den generellen Vorsteuerabzug für betrieblich genutzte Fahrzeuge, ein Ausgleich der Abwertung von Gebrauchtfahrzeugen über den Corona Hilfsfonds sowie die Verschiebung der für 1. Jänner 2021 geplanten Steuerreform. 

Wie sehen die Forderungen in unserer Branche, dem Nutzfahrzeug Sektor aus?

Im Bereich der Nutzfahrzeuge könnte es im ersten Schritt um Investitionszuschüsse gehen, verknüpft mit einem Programm zur Flottenerneuerung im zweiten Schritt. Denn was die Unternehmer derzeit am dringendsten benötigen, ist Liquidität.
Vorstellbar wäre beispielsweise ein Investitionszuschuss oder eine Sonderabschreibung. Eine Maßnahme zur Flottenerneuerung könnte ebenfalls wie bei Pkw in Form einer Ökologisierungsprämie angedacht werden, um schwere Nutzfahrzeuge der Euro Normen III, IV und V durch Fahrzeuge der modernsten Abgasklasse Euro VI zu ersetzen. Wichtig ist es nun, die Wirtschaft am Laufen zu halten, den Konsum anzuregen und damit die Liquidität der Unternehmen sicherzustellen. So kann die österreichische Automobilwirtschaft durch die Krise kommen und früher wieder zur vollen Stärke zurückfinden.


Die Automobilwirtschaft in Österreich
Zahlen & Fakten


Bruttoproduktionswert
67 Mrd. Euro
Steuern
13 Mrd. Euro
Beschäftigte
315.000
Pkw Produktion (2018)
144.500
Lkw Produktion
20.400


02.09.2020

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